"Machst du eigentlich nur Urlaub oder arbeitest du da auch was?" – diese Frage wurde mir neulich gestellt, und vorgestern war mal wieder einer dieser Tage, der sich mehr wie Urlaub als Arbeit angefühlt hat!

Für Jambo Bukoba helfe ich vor Ort in vielen Rollen aus. Als Technik-Berater für Monitoring-Fragen, beim Darstellen von Projekten auf der Jambo Bukoba Website oder bei der Vorbereitung von Workshops verbringe ich auch viel Zeit im Büro am Computer. Beim Mountainbiken oder auf Erkundungstouren zur Verbesserung der Learning-Safari wird zwar auch gearbeitet, aber es bietet sich mir auch eine super Gelegenheit, das Land und die Leute besser kennen zu lernen. Und weil vor kurzem in der Region Kagera ein neuer Nationalpark eröffnet wurde, haben wir diesen natürlich direkt mal ausgekundschaftet.

5:45 – Der Wecker klingelt. Noch etwa müde, aber gespannt auf den Tag quäle ich mich aus dem Bett. Der Rucksack ist gepackt, der Kaffee gekocht und es kann losgehen. Wir machen uns auf den Weg in Richtung Kayanga, wo unsere Tour starten wird. Nach einer Fahrt durch Nebel und endlose Weiten sind wir am Büro der Nationalparkbehörde angekommen, wo wir den Eintritt bezahlen und unseren Ranger Sam kennenlernen. Der Eintritt ist übrigens für Non-Locals 10-mal teurer als für Locals, lässt sich aber mit $30 trotzdem noch gut verkraften.

Zusammen mit Sam müssen wir nun erstmal auf den Fahrer und unseren Offroad-Truck für heute warten. Er ist 1,5 Stunden zu spät. Die Laune lassen wir uns aber nicht verderben, und so machen wir uns zwar ohne Gurte, aber dafür mit super Wetter auf in Richtung Nationalpark. Wir genießen die Aussicht, unser Fahrer ist in gemütlichem Schritt-Tempo bergab unterwegs. Hier hätten wir schon stutzig werden sollen, mehr dazu später.

Im Nationalpark angekommen heißt's dann: Wer kann das erste Tier entdecken. Es soll nicht lange dauern und Abednego hat die ersten Impalas entdeckt. So schlängeln wir uns also durch den Park und schauen gespannt aus den Fenstern, und tatsächlich: Immer mal wieder kann man in der Ferne die typischen Safari-Animals entdecken. Zebras, Waterbucks und Impalas sehen wir reichlich, und kurz vor Ankunft in dem Ranger-Camp, unserem Stop zum Mittagessen, bekommen wir auch noch Giraffen und eine Nilpferdfamilie zu Gesicht. In dieser Hinsicht schon mal ein voller Erfolg!

Im Ranger-Camp heißt's dann: Auto bergab parken. Warum? Weil die Zündung nur noch selten funktioniert, und das Auto zum Starten immer erst für ein paar Meter angeschoben werden muss. Naja, war ja auch der günstigste Anbieter. Im Camp werden wir von den lokalen Rangern herzlich empfangen, haben sich ja bisher auch kaum Touristen an diesen Ort verirrt.  Als Touri-Pioniere dürfen wir dann an einem als Tisch zweckentfremdeten, umgedrehten Boot zu Mittag essen, bevor wir die Rückreise antreten.

Der Weg zurück ist leider der gleiche Weg wie der Hinweg, was uns erlaubt weniger aus dem Fenster zu sehen und mehr auf unser Auto und den Fahrer zu achten. Nach einigen harten Schlaglöchern und Hindernissen wird uns bewusst: Unser Auto hat keine Bremsen! Mit dieser Einsicht erklärt sich auch, warum wir auf dem Hinweg bergab so langsam unterwegs waren: Mit erstem Gang und Handbremse darf man eben nie zu viel Schwung aufnehmen, sonst kommt man nicht mehr zum stehen. Ironisch, wenn man bedenkt, dass wir unser Auto zum Starten immer am Berg parken müssen!

Leicht angespannt, aber immer noch guter Dinge schlängeln wir uns dann bergauf und bergab zurück zu unserem Startpunkt. Auch wenn wir die letzte Abzweigung verpasst haben, weil wir nicht Bremsen konnten, haben wir es doch sicher zurück an den Start geschafft.

Dort angekommen wechseln wir dann wieder zurück ins eigene Auto, bringen den Ranger noch zurück zum Büro und machen uns dann nach einem Abendessen auf den Heimweg. Zuhause angekommen geht es dann direkt ab ins Bett – was für ein Tag!