Seit knapp zwei Wochen bin ich nun unterwegs und habe direkt jede Menge erlebt! Jetzt wo ich die ersten Eindrücke etwas verarbeitet habe, sollt ihr auch einen Einblick in meine Erlebnisse bekommen!

Die Anreise

Angefangen hat das "Abenteuer Anreise" am Flughafen in München. Nach der zu erwartenden Bürokratie beim Check-In von 45kg Sperrgepäck gab's erstmal ganz entspannt Sushi in Terminal 1. Nachdem ich Sushi und den Security-Check hinter mir gelassen habe, hieß es auf zum Gate und auf den Abflug warten.

Jetzt geht's wirklich los, ab jetzt war ich alleine auf dem Weg nach Afrika. Zum ersten mal hat man Zeit zum durchatmen und fragt sich: "Was mach ich hier eigentlich?" Aber Ablenkung war nicht fern, das Rumblödeln des South African Youth Orchestra am Gate hat direkt für gute Stimmung gesorgt. Gemeinsam geht's dann auf in den ersten Flieger ab nach Dubai! Nach ein paar Stunden in der Luft heißt es umsteigen in Dubai. Schon beim kurzen Weg in den Bus schlagen einem die 40°C in's Gesicht! Wahnsinn, wie die Flughafenarbeiter hier den ganzen Tag draußen arbeiten können.

Schnell ab in den Flieger nach Entebbe, da war es dank Airconditioning direkt wieder schön kühl. Die Einreise nach Uganda war dann dank guter Vorbereitung (Impfpass mit Gelbfieberimpfung, $50 für's Touristenvisum!) schnell erledigt, und vor dem Flughafen wartet schon 'Father Alex' auf mich! Auf der Fahrt nach Kampala merkt man sofort, dass man in einer anderen Welt angekommen ist. Endlos viele Motorräder, Autos, Fahrradfahrer, Fußgänger und LKWs: alles war sich irgendwie bewegt teilt sich hier die Straße! Hupen kann als Zeichen für alles verwendet werden: "Aus dem Weg", "Hi", "Mitfahrt gefällig", der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Jamila, Gonzaga, Ich und Father Alex vor dem Jambo Bukoba Büro

Nach einer Nacht im Hotel in Kampala, wo ich auch Gonzaga (Projektleiter Jambo Bukoba) wieder getroffen habe, machen wir uns am nächsten Tag auf mit zwei Autos in Richtung Grenzübergang! Da hier auf der Landstraße scheinbar so schnell gefahren wird, wie das Auto hergibt, ist auch die Fahrt zur Grenze schnell vorbei. Hier beweist sich Father Alex als sehr hilfreich, dank seines Outfits als Pastor sparen wir uns direkt mal den Importzoll der beiden Fahrräder! Was Religion nicht alles ermöglicht ;)

In Bukoba angekommen geht's nach einem kurzen Abstecher zum Büro direkt in meine Unterkunft. Hier treffe ich noch schnell meine neuen Mitbewohner, hüpfe aber nach einem Tee aus Zitronengras, das hier vor dem Haus wächst, direkt ins Bett und tanke Kraft für die kommenden Tage!

Eröffnung der Wassertanks an der Bugene Primary School

Direkt an meinem ersten Tag in Bukoba hatte ich die wundervolle Gelegenheit, bei der Eröffnung von Wassertanks und Toiletten an der Bugene Primary School vor Ort dabei sein zu dürfen. Im Rahmen dieses Projekts, eine Kooperation des Lions Club District 111 Bavaria South und Jambo Bukoba, wurden drei Wassertanks gebaut, die gemeinsam 400.000 Liter Regenwasser auffangen können. Kinder, die vorher entweder durstig waren oder für sehr viel Geld Wasser aus Flaschen am nahegelegenen Kiosk kaufen mussten, können dank Wasserfilter und Pumpe jetzt jederzeit an frisches Trinkwasser kommen.

Neben einem schönen Einblick in die Arbeit von Jambo Bukoba und dem Leben am Land war es auch eine super Gelegenheit, meine Kollegen von Jambo Bukoba näher kennen zu lernen! Alle waren sehr bemüht, mich direkt zu integrieren und vorzustellen, und an der Schule wurde ich wieder sehr herzlich aufgenommen. Nach einem leckeren Mittagessen sind wir dann zurückgefahren und haben den Abend unserer Unterkunft, dem Boys House, ausklingen lassen.

Der "Alltag"

Mein Alltag hier läuft immer relativ ähnlich ab. Zwischen 7:30 und 8:30 aufstehen, fertig machen und dann entweder mit dem Boda-Boda (Motorrad-Taxi) und einem meiner Mitbewohner im Auto ab ins Büro düsen. Dort angekommen heißt's dann: Laptop aufklappen und entweder Tour für diesen Tag planen oder Tour von gestern aufarbeiten. Geht natürlich nur, wenn der Strom nicht mal wieder ausgefallen ist und damit auch das WLAN ;)

Das Huhn auf dem Weg zum Kochtopf: Dieser Anblick hat sich mir eines morgens aus der Küche geboten.

Meistens gehen wir dann auch noch gemeinsam frühstücken. Auf Brötchen mit Marmelade und Wurst kann man bei Mama Aikas Imbiss um's Eck allerdings lange warten, meistens gibt es für mich Chapati (eine Art Pfannkuchen) und Kitumbua oder Supu ya Kuku (Suppe mit Hühnchen).

Jeden zweiten Tag schwingen wir uns dann auf's Rad und erkunden die Gegend. Bisher haben wir uns die Gegend um die Stadt Bukoba etwas genauer angesehen, und haben dabei unter anderem auch schon Traumstrände, knifflige Trails und sogar Affen entdeckt!

Sonnenuntergang auf dem Rückweg von einer unserer Touren um Bukoba

Alle Touren werden natürlich auch Online auf diversen Plattformen festgehalten, ihr könnt zum Beispiel alle gemachten Touren auf meinem Komoot-Profil sehen. Neben meiner eigenen Affinität zu allem Digitalen machen wir das auch, um später eine Karte mit Übersicht von möglichen Touren und Highlights zu haben. Unsere ursprünglichen Pläne, unsere Routen zusätzlich auf einer Papierkarte zu dokumentieren wurden spontan verworfen, als wir erfahren haben, dass das Drucken einer Karte über das zuständige Amt umgerechnet ~450€ kosten würde ;)

Nach einem anstrengenden Tag geht's mit Fahrrad, Motorrad oder Auto dann ab nach Hause, wo dann meistens noch gemeinsam etwas gekocht wird. Häufig gibt es eine Kombination aus Wali (Reis), Maharage (Bohnen) und Samaki (Fisch). Den Fisch nehmen wir immer frisch mit, Bohnen und Reis kaufen wir gelegentlich, aber dafür ich großen Mengen (10kg Reis?? 😱) am Markt ein.

Diverse Bohnen und Reis am Markt

Damit wäre so ein Tag in meinem Leben hier in Bukoba dann auch zu Ende, und das war's an dieser Stelle auch erstmal von mir. Ich würde mich freuen, wenn ihr bald mal wieder vorbeiseht! Ihr dürft schon sehr gespannt sein, mein nächster Blogpost wird unter dem Motto "kulturelle Kuriositäten" stehen.