Fischfang, Solarstrom und Zuckerrohr – Willkommen auf Muzila Island. Hier kann man erleben was es bedeutet, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

Vor zwei Wochen haben wir am Wochenende einen Ausflug zur Muzila Island gemacht. Die kleine Insel liegt vor der Bucht von Bukoba und ist schon aus der Ferne gut zu erkennen, wenn die Mittagssonne von den Wellblechhütten zurück in die Hauptstadt Kageras reflektiert.

Neugierig auf das Inselleben haben wir mit James, unserem Freund, Barista und Tour-Guide unseres Vertrauens, einen Ausflug zur Insel organisiert. Zwei lokale Fischer haben sich bereit erklärt für ein kleines Endgeld die Überfahrt zur Insel durchzuführen. Gefahren sind wir mit den typischen, selbst gebauten Holzbooten und einem mehr als gebraucht aussehenden Außenbordmotor. Viele Fischer fahren hier übrigens noch mit Paddeln auf's Wasser, wir haben also schon die Luxusvariante bekommen!

Auf der Überfahrt heißt's dann gut festhalten. Das Wetter ist super, aber die Wellen bringen unser kleines Fischerboot doch ganz schön zum schaukeln! Wir fühlen uns trotzdem pudelwohl und genießen den Ausblick auf die immer näher kommende Insel.

Auf der Insel angekommen schreiben wir uns als erstes mal ins Gästebuch der Insel ein! Eine Tradition, die mir hier in Tanzania schon öfter begegnet ist. Kommt man in einem Büro, Schule oder Insel an, stellt man sich vor und trägt sich mit Namen und Telefonnummer ein. Nach unserem kurzen Gespräch mit dem Vorsteher der Insel dürfen wir dann auf Erkundungstour aufbrechen.

Durch die Wellblechhütten haben wir schon unser Ziel im Blick, wir wollen auf den höchsten Punkt der Insel wandern! Wer ein gutes Gebiss hat, kann sich vorher noch mit Zuckerrohr stärken. Gegessen wird das, indem man erst mit den Zähnen den äußeren Teil abzieht und dann aus dem Inneren den süßen Saft rauskaut. Die holzigen Überreste dürfen dann einfach in die Wildnis gespuckt werden und formen eine schöne Spur, verloren gehen wir also schon mal nicht!

Laura, James, Ich, Jamila und Hussein beim Fotoshoot am höchsten Punkt der Insel. Hinter der Kamera ist der Fischer, der uns mit seinem Boot auf die Insel gebracht hat.

Oben angekommen genießen wir den Ausblick, machen uns aber zügig wieder auf den Weg zurück. Die Warnung der Kinder vor Schlangen im kniehohen Gras hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen.

Die Kids auf dieser Insel fahren übrigens jeden Tag mit dem Boot nach Bukoba, um dort auf die Schule zu gehen - zumindest so der Plan. Auch scheint der Alltag hier auf der Insel hier ein interessanter Mix aus gewöhnlichem Leben und außergewöhnlichen Insel-Eigenheiten zu sein. Einige Häuser hier sind mit Generator oder Solarzellen mit Strom versorgt und gekocht wird über offenem Feuer oder Gaskocher! Auch Polizei gibt es hier laut Erzählung keine, auch wenn die Insel noch der Rechtsprechung Bukobas unterliegt. Andere Inseln weiter draußen im Victoriasee haben ihre eigenen Gesetze und Regeln, so wurde uns erzählt.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Fischern am Strand schwingen wir uns auch schon wieder zurück in unser Boot und fahren zurück in nach Bukoba! Bei einem Kaffee am Strand lassen wir den Tag ausklingen und freuen uns schon auf das nächste Abenteuer!

PS: Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und Feedback, ich hoffe Text und Video haben euch gefallen!